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Beobachtungen zur
Haltungsoptimierung von Thamnophis cyrtopsis cyrtopsis Thamnophis cyrtopsis cyrtopsis – eine semiarboricale Wassernatter?
Nachdem wir im September 2003 auf der Mannheimer Reptilienbörse zwei NZ 03 Thamnophis cyrtopsis cyrtopsis 0,0,2 erstehen konnten, wurden diese – wie unsere anderen Jungschlangen – seperat in 30er Aufzuchtwürfeln untergebracht. Nach ca. 7 Wochen Quarantäne beschlossen wir, die Tiere, die bis dato gut fraßen und gesund aussahen in unser Gemeinschaftsbecken (s. a. Artikel hierzu in der Gartersnake 2/2004) umzusetzen. Da Th. cyrtopsis mit ca. 114cm eine relativ große Thamnophis- Unterart ist, und unsere NZ recht kräftig waren im Vergleich zu unseren Radixen und dem Th. sirtalis parietalis und s. semifasciatus- Männchen (alles NZ 2002), wurde der Beschluss in die Tat umgesetzt. Ich muss hierzu anmerken, dass das Thamnophis- Gemeinschaftsbecken zunächst für die weitere Aufzucht der einzelnen Arten gedacht ist. Um später Hybridisierungen zu vermeiden, werden wir die Tiere entweder nach Arten oder nach Geschlechtern trennen, jedoch immer auch im Hinblick auf artspezifische Gewohnheiten/ Verträglichkeiten! Im Gemeinschaftsterrarium beobachteten wir, dass die Cyrtopsen stets ohne Deckung auf dem Boden lagen. Selbst nachts, wenn die meisten anderen Arten versteckt waren, blieben sie offen liegen. die Tiere verhielten sich weitaus weniger hektisch als die radix, parietalis oder semifasciatus. Auffällig war, dass unsere Cyrtopsen schlechter als zuvor ans Futter gingen. Da wir schon zuvor bemerkt hatten, das ein Herausnehmen der Tiere zum Füttern – im Gegensatz zu den Radixen und Sirtalis- Unterarten (parietalis und – semifasciatus) - absolut kontraproduktiv war (die Tiere verweigerten dann jegliches Fressen!) fütterten wir beide Cyrtopsen im Terrarium mit Stint von der Pinzette. Allerdings gelang dies nur mit mäßigen Erfolg: die beiden Jungtiere – insbesondere eines der beiden – gingen kaum noch ans Futter. Da wir die Tiere als ziemlich sensibel einschätzten, dachten wir, die Futterverweigerung könne auch auf die neue Umgebung/ das Umsetzen zurückzuführen sein. Nach einiger Zeit kamen wir jedoch zu der Annahme, dass vielleicht die äußeren Umstände als solche inadäquat wären (zu viele andere Unterarten) und die Tiere stressen könnten. Wir beschlossen also, nachdem sich keine Verbesserung der Situation einstellte, die Tiere wieder in ein Aufzuchtterrarium zur artseparaten Haltung umzusetzen. In dem im Dezember erworbenen Buch „The Garter Snakes“ von Rossman et al – das ich jedem englischkundigen Thamnophenhalter übrigens wirklich empfehlen kann – las ich dann, dass Th. cyrtopsis v.a. zur Nachtruhe auf Äste und Gebüsche klettert (wohl als Prädatorenschutz). Dies setzten wir in unserem Aufzuchtterrarium um und statteten dieses mit einem üppigen Kletterast der Korkendreherweide aus. Das Ergebnis war absolut interessant: Die Nattern waren fortan – außer zur Futteraufnahme (die ca. 1 ½ Wochen nach Eingewöhnung übrigens wieder hervorragend gelang) – fast ausschließlich auf den Kletterästen zum Sonnen zu sehen. Nachts sind fast immer beide Schlangen auf den Ästen, nur sehr selten übernachtet eine Natter unter der Rinde. Unsere Cyrtopsen haben m.E. auch eine höhere Körperspannung als die sonst von uns gehaltenen o.g. Thamnophisarten. Sie halten sich beim Klettern auch wesentlich geschickter und kräftiger an den Ästen fest.
Mit der Darstellung meiner Beobachtungen
möchte ich Impulse zur artgerechteren Haltung dieser faszinierenden Thamnophis-
Unterart geben, die neben einer erhöhten Wärmebedürftigkeit und einer
relativen Aquatilität eben auch semiarboricol lebt. Dem ist bei der Einrichtung
eines Terrariums Aufmerksamkeit zu schenken. Allerdings möchte ich daraus
keinen Globalanspruch ableiten, da ich hierfür zu wenig Auswertungsdaten (und
Tiere dieser Art) habe. Ich würde mich über weitere – auch andere -
Erfahrungen bezüglich der Haltungsbedingungen und dem Verhalten von Thamnophis
cyrtopsis freuen. Y&T
Klesius Antworten/ Bemerkungen hierzu bitte an: info@schlangenland.de |