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Candoia paulsoni
Pazifik- Boa/ Vipernboa

Unser "Paulchen" ist eine DNZ 2006 von Harald Jorias. Wir haben ihn im Oktober 2006 bekommen.

Pazifikboas sind absolut faszinierende Schlangen! Candoia paulsoni galt früher als eine der sechs Unterarten von Candoia carinata, wurde allerdings vor einiger Zeit in den Artstatus gesetzt.


Pazifikboas können ihre Farbe wechslen!


Das Paulchen als Jungtier, 2006. (#29 aus Haralds Zucht)

Die Pazifikboas bewohnen den asiatischen Raum und dort u.a. die Solomon- Inseln. Sie gehören mitunter zu den kleinsten Riesenschlangen der Welt! Die Schwesternart Candoia carinata ist insgesamt etwas kleinwüchsiger.

Pazifikboas werden auch als "Vipernboas" oder "Asiatische Bodenboas" ("Pacific/ Solomon Ground Boa") bezeichnet, sind aber (wie alle Boiden) ungiftig (der Begriff Vipernboa bezieht sich auf das Zickzackband). Beutetiere werden mit den sehr spitzen Zähnen gefasst und kraftvoll erwürgt.

Probleme können die Tiere bei der Futteraufnahme bereiten, da sie insbesondere als Jungtiere hauptsächlich Echsen fressen. Mit Geschick und etwas Geduld können die Boas aber auf Nagetiere umgestellt werden. Hierzu ist es z.B. nötig, die Pinkys zunächst mit Echsengeruch (auch: "Lizardmaker") oder Thunfisch (!), ... zu verwittern... Wenn die Candoias an Mäuse gewöhnt sind, ist die Fütterung gewöhnlich problemlos. Zur Umgewöhnung setzten wir unser "Paulchen" als Jungtier immer mit der aufgetauten Babymaus über Nacht in eine Heimchendose. Am nächsten Morgen war die Maus immer gefressen! Heute frisst er blitzschnell von Pinzette. Tote Babymäuse werden nach dem Umschlingen noch lange gewürgt.

Es gibt verschiedene Farbschläge (orange, grau, beige,...); typisch ist ein Zickzack- Muster über den gesamten Rücken. C. paulsoni kann die Helligkeit ihrer Hautfarbe, sowie Farbnuancen ändern. Dies hängt wohl vom Befinden (Stress, Entspannung), sowie von der Luftfeuchte und Temperatur ab.


Das ist unser Paulchen als Jungtier.

Vorkommen/ Habitat:  Asien: Solomonen- Inseln, Neu- Guinea, Indonesische Inseln...; trockene und feuchtere Gebiete.

Verhalten/ Aussehen:
nachtaktiv, Würgeschlange, kann abh. von Uhrzeit, Temperatur, Feuchtigkeit u. allgemeinem Befinden die Körperfarbe verändern (hell/ dunkel); Weibchen (ca. 140cm GL) sind wesentlich größer und kräftiger als Männchen (ca. 70cm GL). Männchen besitzen zudem Aftersporne, die zur Paarungsstimulation aktiv Einsatz finden. Allgemein baden Pazifik- oder Vipernboas sehr gerne, besonders nach dem Fressen. Die Wasserschale (=Badewanne;-) sollte daher ausreichend bemessen sein.

Haltung: tagsüber ca. 25° Celsius mit Wärmeplatz, nachts leichte Absenkung auf ca. 22° C, Kletteräste sollten vorhanden sein. Die Luftfeuchte sollte nicht zu niedrig sein (ca. 2x/ Woche sprühen), allerdings müssen die Schlangen trocken liegen können! Eine lebende, robuste Pflanze im Terra verbessert das Klima.

Nahrung: (Echsen, v.a. als Jungtier), später nehmen sie gerne tote Mäusebabys/ Babyratten von der Pinzette an. Es braucht schon etwas Mühe und Geduld, um die Jungtiere auf Nagetiere umzustellen!


Hier noch eine Fotoserie von Harald Jorias zum Geburtsvorgang. Pazifikboas sind (ei)lebendgebärend (=ovovivipar).

Es bleibt zu hoffen, dass die Pazifikboa weitere Verbreitung in unseren Terrarien erfährt.

Literatur/ Links:

  • Wirz, Ein Kleinod im Terrarium - die Pazifik-Boa Candoia carinata carinata (Schneider, 1801), herpetofauna 2002, Jg. 24, Nr. 139, S. 19-27
  • www.snakepoint.de (Harald Jorias' schöne HP)