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Zamenis lineatus
Italienische Aeskulapnatter

Familie: Nattern (Colubridae), Unterfamilie: Land- und Baumnattern (Colubrinae).

Die Art wird im Deutschen als Italienische Äskulapnatter bezeichnet. Die Art Zamenis longissimus (=Aeskulapnatter) wurde regional aufgeteilt, so dass Tiere aus dem südlichen Italien, wie Calabrien und Sizilien mittlerweile nicht mehr Zamenis longissimus zugeordnet werden, sondern einen eigenen Artstatus besitzen:Zamenis lineatus, die Gestreifte Äskulapnatter. Allerdings gibt es auch ungestreifte Tiere davon und auch Tiere mit brauner Iris (wie bei Z. longissimus), so dass die Bezeichnung "Italienische Aeskulapnatter" für Z. lineatus am ehesten passt
Wie alle europäische Reptilien (und Amphibien) ist auch die Äskulapnatter streng geschützt und darf nicht der Natur entnommen werden! Durch Unwissenheit wird auch diese Schlangenart von der Bevölkerung als Bedrohung betrachtet und erschlagen!

   
 

Genereller Tipp zu Naturerkundungen: Findet man eine Schlange in der Natur, so versucht man nicht, sie zu fangen oder zu vertreiben, sondern beobachtet sie achtsam (Schlangen sind Versteckkünstler! Sie überhaupt zu entdecken ist schon ein kleines Wunder für sich!) und lässt sie in Ruhe. Achtung: es gibt auch einige giftige Schlangen. Dabei passieren die meisten Bissunfälle, wenn man das Tier fangen oder erschlagen will (was natürlich strengstens verboten ist!!!). Eine Schlange greift einen Menschen grundsätzlich nicht an, es sei denn, sie wird bedrängt oder überrascht.


Links eines unserer ungestreiften Weibchen der Italienischen Äskulapnatter (Zamenis lineatus).

Ungiftig; heftige Abwehrbisse


Hier unser Männchen der Art (NZ 2005). Die Tiere werden äußerst selten in Gefangenschaft gehalten.

Steckbrief      

Merkmale: 
Im Gegensatz zur Nominatform Zamenis longissimus behält die Art meist ihre jugendliche Streifenzeichnung bei und hat eine orangefarbene Iris (wie Zamenis situla). Die Art wird mit ca. 120-140cm nicht ganz so groß wie Z. longissimus. Allerdings gibt es auch regional durchmischt ungestreifte Exemplare und mit brauner Iris (s.o.). Typisch für Zamenis lineatus ist, dass sie keinen Nackenfleck besitzt - im Gegensatz zu Z. longissimus!

Vorkommen/ Habitat:
Süditalien: Calabrien, Sizilien

 

Verhalten:
Tagaktiv, oft am Boden, klettert aber hervorragend; starker Aktivitätsrhythmus mit Sonnenbad am Morgen, Ruhephase mittags (Schatten) und Hauptaktivität vom Nachmittag bis zur Dämmerung. Beißt heftig, wenn man sie anfasst; vibriert heftig mit dem Schwanz als Warnung, sehr scheu und versteckt lebend; mehrmonatige Winterruhe ab September/ Oktober.

Fortpflanzung: -Beschreibung folgt-

Nahrung:
Mäuse; kann im Terra (vor allem bei Jungschlangen; typisch bei vielen Zamenisarten) lange Zeit die Nahrung verweigern;

Die Leopardnatter hat ebenfalls eine orangene Iris. In Italien kommt Zamenis situla nur im äußersten Süden vor...gemeinsam mit Zamenis lineatus... Ob das etwas mit der Artbildung zu tun hat?

Literatur

  • Gruber, U., Die Schlangen Europas, 128- 131, Stuttgart 1989
  • Kreiner, Guido, Schlangen Europas, Edition Chimaira, Frankfurt/ Main 2007
  • Kwet, Axel, Reptilien und Amphibien Europas, Kosmosnaturführer 2005
  • Schulz, K.-D., Eine Monographie der Schlangengattung Elaphe Fitzinger, Bushmaster Publications, Berg/CH 1996

Links

Ausschnitt aus der DVD - Von Nattern und Vipern - "Der kurze Sommer der Äskulapnatter"
www.naturundtierfilm.de