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Opheodrys aestivus
(Raue Grasnatter)

Bilder unserer Zuchtgruppe Opheodrys aestivus...

Hinweis/ Bitte: Wir bekommen jede Woche zahlreiche Mailanfragen für NZen von O. aestivus. Momentan haben wir keine Nachzuchten abzugeben. Sollten wir wieder Nachzuchten abzugeben haben, schreibe ich dies auf unsere "Abzugeben"- Seite. Dann sind auch wieder Verkaufsanfragen erwünscht;-) Das wäre supernett... Danke:-)

Info: 2010 werden wir keine NZen von O. aestivus abgeben, da wir eine 2. Zuchtgruppe aufbauen. Über Kontakte zu Züchtern der Art freuen wir uns:-)

Weitere Infos zu unseren Grasnattern findet ihr auf dieser Seite, sowie in meinem im Juni 2010 erschienenen Buch "Opheodrys aestivus - Die Raue Grasnatter" (Art-für-Art, NTV). Das Buch kann direkt beim NTV bestellt werden oder auch bei www.chimaira.de oder www.amazon.de bzw. auf jeder größeren Börse vor Ort.

Alle Tiere dieser Zuchtgruppe sind Nachzuchten von 2001-2004 und sind stabil und pflegeleicht im Gegensatz zu Wildfängen, die immer wieder günstig auf Börsen angeboten werden. Kauft keine Wildfänge von Opheodrys!!!


Zuchtgruppe2,3

Komm mir bloß nicht zu nah!!!

Ca. 60cm lang und sehr dünn - schon das Äußere deutet auf eine arboricole Schlange hin

Mmmmh... die Heuschrecke ist  lecker (schluck!)

Trächtige Grasnatternweibchen 3/2004

Opheodrys aestivus bei der Eiablage
Unsere NZ 2003 von Patrick:
2004 hatten wir eigene Nachzuchten:
 

Seh ich nicht gefährlich aus?!?
4 Jungtiere aus dem ersten von drei Gelegen:

Wir leben v.a. in den feuchten Everglades in Florida und ernähren uns von Insekten (Heimchen, Grillen,...). Wir sind blitzschnell und sehr scheu. Meistens sind wir am Klettern, aber manchmal buddeln wir auch gerne im Boden und vergraben uns. 
Wer uns wirklich mag und halten möchte, sollte nie Wildfänge kaufen!!! 
Gesund sind wir eigentlich immer nur als Nachzuchten!

 

Vorkommen/ Habitat: Südost- USA ( Louisiana, Florida, South Carolina,...); 
Opheodrys ist eine monotypische Gattung (O.a. aestivus), d.h. es gibt keine weiteren Unterarten (früher 4 Unterarten). Die Glatte Grasnatter, die ihr Verbreitungsgebiet  bis Kanada ausdehnt), lebt eher terrestrisch und ist stämmiger. Sie wurde taxonomisch ausgegliedert und repräsentiert nun die Gattung Liochlorophis (zur Terrarienhaltung liegen bislang kaum Berichte vor). Sog. "chinesische Grasnattern" (die übrigens ebenfalls saisonabhängig immer wieder importiert und von Händlern auf Börsen angeboten werden, sind als WF ebenfalls sehr hinfällig) gehören der Gattung Cyclophiops an und sind - wie auch afrikanischen Schlangen  der Gattung Philothamnus nicht verwandt mit Opheodrys.

Nahrung: Insekten!, z.B. Heimchen, Fliegen, Heuschrecken, auch Spinnen werden erbeutet... Es wird aktiv gejagt. Wenn man nicht sehr aufpasst, kommt es zu Beißereien unter den Tieren (Futterneid). Dabei kann es passieren, dass sich die Tiere gegenseitig (versehentlich) fressen.

 

Verhalten: streng tagaktiv; schnell und hektisch, wenn sie gestört werden, nach dem Motto "Fass mich bloß nicht an!"
Die Tiere verlassen sich auf ihre grüne Tarnfärbung, die sie im Geäst oder im Gras mit ihrer Umgebung verschmelzen lässt. Hat die Schlange den Eindruck, ihre Deckung ist aufgeflogen, beginnt eine panische Flucht. Als Baumflüchter "schießen" die Tiere dann meist nach oben, reißen eventuell noch kurz davor ihr Maul auf. Wir haben nie erlebt, dass eine Grasnatter tatsächlich zugebissen hätte. Wir handlen unsere Tiere nie außer zu Hygienezwecken, wenn es nicht anders geht. Die Tiere begeben sich aber auch auf den Bodengrund, um zu Jagen.

 

Haltung: Die Haltung von Opheodrys aestivus ist im Grunde einfach, vorausgesetzt, man hat (gesunde) Nachzuchttiere, Das Terrarium sollte eher hochformatig sein, da die Tiere gerne klettern. Unsere Terrarien mit Grasnattern haben z.B. die Maße 100x50x80. Jungtiere ziehen wir in 30er Würfeln auf. Wie auch bei anderen Reptilien verhalten sich die juvenilen Grasnattern in kleineren Terrarien weniger scheu und gehen auch besser an Futter.
Die Tiere sind auch am Bodengrund unterwegs oder graben sich aktiv im Boden ein und bilden Gangsysteme. Als Bodengrund verwenden wir sog. lehmhaltige Anzuchterde (mit möglichst keinem Dünger). Aufgrund der Grabtätigkeiten ist das Substrat teilweise 10-12 cm hoch geschichtet. Steine oder andere schwere Gegenstände sollten bis zur Bodenplatte des Terras reichen, damit keine grabenden Grasnattern erdrückt werden!  Wir beleuchten das Terra mit 2 Röhren (2x18Watt) und einzelnen Halogenspots; die Beheizung erfolgt bei uns zusätzlich durch eine Wärmematte, die in erhöhter Lage an der Rückwand außerhalb des Terrariums vertikal befestigt ist. Dort liegen die Tiere auf Kletterpflanzen oder Kork und heizen sich auf. Ein Halogenspot dient als weitere Wärmequelle. Wie bei anderen Schlangen versuchen wir, ein Temperaturgefälle im Terrarium zu erhalten, damit sich die Tiere selbständig ihre Vorzugstemperatur auswählen können. Dies verhält sich ebenso mit der Feuchtigkeit im Terrarium. Gesprüht wird 1-2x am Tag (1-2 Minuten) mit Hilfe einer Beregnungsanlage. Dabei wird aus o.g. Gründen nur ein Teil des Beckens befeuchtet. Von den Temperaturbedingungen vergleichbar ist z.B. die Haltung von Panterophis guttatus (20-27 Grad Celsius), allerdings halten wir unsere Kornnattern trocken. Die Grasnattern werden morgens und mittags gesprüht, da sie nach unseren Beobachtungen fast ausschließlich Sprühwasser (z.B. von den Blättern) trinken. Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit bis zum Ausschalten der Beleuchtung und Heizung kondensiert ist, so dass die Tiere bei nächtlicher Abkühlung nicht im Nassen liegen.

Der Aufzuchtbehälter für junge Grasnatter kann sehr schlicht gestaltet sein: 30x30x30/40, dichte (!) Falltürscheibe, 2-seitige Belüftungsfläche, 20Watt- Baumarkt- Halogenlampe, Klettermöglichkeiten (Ast, Pflanze). 1 kleiner umgedrehter Blumentopf, Küchenkrepp als Bodengrund. 1x tägl. (z.B. morgens) sprühen. Keine Bodenheizung!!! 

Gefüttert werden Insekten, hauptsächlich Heimchen (Acheta domestica), die für die adulten Tiere ausgewachsen sein können. Wir bestäuben die Futtertiere regelmäßig mit Multivitaminpulver. Zusätzlich werden zeitweise Heuschrecken gefüttert. Bei der Fütterung kann es mitunter zu wilden Beißereien unter den Tieren kommen. Wir  geben die Insekten in einem glattwandigen Gefäß ins Becken, damit nicht so viele Futtertiere ins Terrarium entweichen und die Fütterung etwas kontrolliert bleibt (die Nattern haben immer Futtertiere in diesem Behälter). Heimchen, die nachts im Terrarium umherstreifen, könnten sich auch an schlafenden, tagaktiven Tieren vergreifen. Prophylaktisch lassen wir immer etwas Futter für die Heimchen im Terrarium liegen. Fliegen (keine gefangenen Fliegen, diese sind reinste Bakterienschleudern!) dienen als Zusatzfutter und dienen mehr der körperlichen Ertüchtigung... Man erhält sie als Maden im Anglergeschäft. Wir verfüttern keine Fliegenmaden!

Neben einer halbjährlichen Komplettreinigung des Terrariums ergibt sich durch den recht schnellen Stoffwechsel - bedingt durch Insekten als Futtertiere - häufig Reinigungsbedarf. Um die Tiere nicht ständig aus ihrer Umgebung nehmen zu müssen, entferne ich hierfür die obersten Bodenschichten vom Kot und fülle gegebenenfalls neue Erde auf. Auch die Blätter werden regelmäßig vom Kot der Tiere befreit. Die Terrarieneinrichtung wird abgerundet mit einer Wasserschale; die Nutzung durch die Tiere konnte allerdings nie beobachtet werden, außer als Toilette;-). Angaben, wie 1/3 der Terrarienfläche sollte aus Wasser bestehen, sind unsinnig (hier schrieb wohl ein Autor vom anderen ab!?!).

Zur Überwinterung wird die Beleuchtung und die Heizung abgeschaltet ("Soft- Überwinterung"), die Tiere werden 2 Wochen vor der Abschaltung nicht mehr gefüttert und verkriechen sich selbständig in dunkle Bereiche (ca. 15/ 16 Grad Celsius). Nach ca. 4-6 Wochen wird die Umgebungstemperatur wieder schrittweise erhöht. In den Folgewochen können sodann wiederholt Paarungen beobachtet werden. Trächtige Weibchen erkennt man recht deutlich an ihrer gewachsenen Körperfülle. Nach einer Trächtigkeit von ... Fortsetzung folgt...

Literatur

- Ernst et al, Snakes of the United Snakes and Canada, 2003 (sehr empfehlenswert, in Englisch)
- Holfert, T., Zur Fortpflanzung der Rauhen Grasnatter Opheodrys aestivus, Sauria 18 (4), 19-22, Berlin 1996
- Klesius, Thomas, Die Raue Grasnatter (Opheodrys aestivus), NTV, Art- für- Art, Münster 2010 (in Druck)
- Paulduro, E., Die Rauhe Grasnatter Opheodrys aestivus, herpetofauna 8, 30- 33, 1980.
- Paulduro, E., Erfolgreiche Nachzucht der Rauhen Grasnatter Opheodrys aestivus, herpetofauna 15, Weinheim 1981, 23-25.
- Paulduro, E., Krabbe- Paulduro, U., Opheodrys aestivus (LINNAEUS 1766), in: Sauria, Suppl. 14 (1-4): 233-240, Berlin 1992.
- Vosjoli, Ph. de, Basic Care of Rough Green Snakes, Santee/ USA 1995