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Opheodrys aestivus
(Raue Grasnatter)
Bilder unserer Zuchtgruppe Opheodrys aestivus.
Alle Tiere dieser Zuchtgruppe sind Nachzuchten von
2001-2004 und sind sehr stabil und pflegeleicht im Gegensatz zu Wildfängen, die
immer wieder günstig auf Börsen angeboten werden. Kauft keine Wildfänge von
Opheodrys!!!
Vorkommen/ Habitat: Südost- USA ( Louisiana, Florida, South
Carolina,...);
Opheodrys ist eine monotypische Gattung (O.a. aestivus), d.h. es gibt
keine weiteren Unterarten (früher 4 Unterarten). Die Glatte Grasnatter, die
ihr Verbreitungsgebiet bis Kanada ausdehnt), lebt eher terrestrisch und ist stämmiger.
Sie wurde taxonomisch ausgegliedert und repräsentiert nun die Gattung
Liochlorophis (zur Terrarienhaltung liegen bislang kaum Berichte vor). Sog.
"chinesische Grasnattern" (die übrigens ebenfalls
saisonabhängig immer wieder importiert und von Händlern auf Börsen angeboten
werden, sind als WF ebenfalls sehr hinfällig) gehören der Gattung Cyclophiops
an und sind - wie auch afrikanischen Schlangen der Gattung Philothamnus
nicht verwandt mit Opheodrys.
Nahrung:
Insekten!, z.B. Heimchen, Fliegen,
Heuschrecken, auch Spinnen werden erbeutet... Es
wird aktiv gejagt. Wenn man nicht sehr aufpasst, kommt es zu
Beißereien unter den Tieren (Futterneid). Dabei kann es passieren, dass sich
die Tiere gegenseitig (versehentlich) fressen.
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Verhalten:
streng tagaktiv; schnell und hektisch, wenn sie
gestört werden,
nach dem Motto "Fass mich bloß nicht an!"
Die Tiere verlassen sich auf ihre grüne Tarnfärbung, die sie im Geäst oder im
Gras mit ihrer Umgebung verschmelzen lässt. Hat die Schlange den Eindruck, ihre
Deckung ist aufgeflogen, beginnt eine panische Flucht. Als Baumflüchter "schießen" die Tiere dann
meist nach oben, reißen eventuell noch kurz davor ihr Maul auf. Wir haben nie
erlebt, dass eine Grasnatter tatsächlich zugebissen hätte. Wir handlen unsere Tiere nie außer zu Hygienezwecken,
wenn es nicht anders geht. Die Tiere begeben sich aber auch auf den
Bodengrund, um zu Jagen.
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Haltung:
Die Haltung
von Opheodrys aestivus ist im Grunde einfach, vorausgesetzt, man hat
(gesunde) Nachzuchttiere, Das Terrarium sollte eher hochformatig sein, da
die Tiere gerne klettern. Unsere Terrarien mit Grasnattern haben z.B.
die Maße 100x50x80. Jungtiere ziehen wir in 30er Würfeln auf. Wie auch bei
anderen Reptilien verhalten sich die juvenilen Grasnattern in kleineren
Terrarien weniger scheu und gehen auch besser an Futter.
Die Tiere sind auch am Bodengrund unterwegs oder graben sich aktiv im
Boden ein und bilden Gangsysteme. Als Bodengrund verwenden wir sog. lehmhaltige
Anzuchterde (mit möglichst keinem Dünger). Aufgrund der Grabtätigkeiten ist das Substrat teilweise
10-12 cm hoch geschichtet. Steine oder andere schwere Gegenstände sollten bis
zur Bodenplatte des Terras reichen, damit keine grabenden Grasnattern erdrückt werden! Wir beleuchten das Terra mit 2 Röhren
(2x18Watt) und einzelnen Halogenspots; die Beheizung erfolgt bei uns zusätzlich durch eine
Wärmematte, die in erhöhter Lage an der Rückwand außerhalb des Terrariums
vertikal befestigt ist. Dort liegen die Tiere auf Kletterpflanzen oder Kork und heizen
sich auf. Ein Halogenspot dient als weitere Wärmequelle. Wie bei anderen
Schlangen versuchen wir, ein Temperaturgefälle im Terrarium zu erhalten,
damit sich die Tiere selbständig ihre Vorzugstemperatur auswählen können.
Dies verhält sich ebenso mit der Feuchtigkeit im Terrarium. Gesprüht
wird 1-2x am Tag (1-2 Minuten) mit Hilfe einer Beregnungsanlage. Dabei wird aus
o.g. Gründen nur ein Teil des Beckens befeuchtet. Von den Temperaturbedingungen vergleichbar ist z.B. die Haltung von Panterophis guttatus (20-27
Grad Celsius), allerdings halten wir unsere Kornnattern trocken. Die
Grasnattern werden morgens und mittags gesprüht, da sie nach unseren
Beobachtungen fast ausschließlich Sprühwasser (z.B. von den Blättern) trinken.
Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit bis zum Ausschalten der Beleuchtung und
Heizung kondensiert ist, so dass die Tiere bei nächtlicher Abkühlung nicht im
Nassen liegen.
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Der
Aufzuchtbehälter für junge Grasnatter kann sehr schlicht gestaltet sein:
30x30x30/40, dichte (!) Falltürscheibe, 2-seitige Belüftungsfläche,
20Watt- Baumarkt- Halogenlampe, Klettermöglichkeiten (Ast, Pflanze). 1
kleiner umgedrehter Blumentopf, Küchenkrepp als Bodengrund. 1x tägl.
(z.B. morgens) sprühen. Keine Bodenheizung!!! |

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Gefüttert werden
Insekten, hauptsächlich Heimchen (Acheta domestica), die für die adulten Tiere
ausgewachsen sein können. Wir bestäuben die Futtertiere regelmäßig mit
Multivitaminpulver. Zusätzlich werden zeitweise Heuschrecken gefüttert. Bei der Fütterung kann es mitunter zu wilden
Beißereien unter den Tieren kommen. Wir geben die Insekten in einem glattwandigen
Gefäß ins Becken, damit nicht so viele Futtertiere ins Terrarium entweichen
und die Fütterung etwas kontrolliert bleibt (die Nattern haben immer
Futtertiere in diesem Behälter). Heimchen, die nachts im Terrarium
umherstreifen, könnten sich auch an schlafenden, tagaktiven Tieren vergreifen.
Prophylaktisch lassen wir immer etwas Futter für die Heimchen im Terrarium
liegen. Fliegen (keine gefangenen Fliegen, diese sind reinste
Bakterienschleudern!) dienen als Zusatzfutter und dienen mehr der körperlichen
Ertüchtigung... Man erhält sie als Maden im Anglergeschäft. Wir verfüttern
keine Fliegenmaden! Neben einer
halbjährlichen Komplettreinigung des Terrariums ergibt sich durch den recht
schnellen Stoffwechsel - bedingt durch Insekten als Futtertiere - häufig Reinigungsbedarf.
Um die Tiere nicht ständig aus ihrer Umgebung nehmen zu müssen, entferne ich
hierfür die obersten Bodenschichten vom Kot und fülle gegebenenfalls neue Erde
auf. Auch die Blätter werden regelmäßig vom Kot der Tiere befreit. Die
Terrarieneinrichtung wird abgerundet mit einer Wasserschale; die Nutzung durch
die Tiere konnte allerdings nie beobachtet werden, außer als Toilette;-).
Angaben, wie 1/3 der Terrarienfläche sollte aus Wasser bestehen, sind unsinnig
(hier schrieb wohl ein Autor vom anderen ab!?!). Zur
Überwinterung wird die Beleuchtung und die Heizung abgeschaltet ("Soft-
Überwinterung"), die Tiere werden 2 Wochen vor der Abschaltung nicht mehr
gefüttert und verkriechen sich selbständig in dunkle Bereiche (ca. 15/ 16 Grad
Celsius). Nach ca. 4-6
Wochen wird die Umgebungstemperatur wieder schrittweise erhöht. In den
Folgewochen können sodann wiederholt Paarungen beobachtet werden.
Trächtige Weibchen erkennt man recht deutlich an ihrer gewachsenen
Körperfülle. Nach einer Trächtigkeit von ... Fortsetzung folgt...
Literatur
- Ernst et al, Snakes of the United Snakes and Canada, 2003 (sehr
empfehlenswert, in Englisch)
- Holfert, T., Zur Fortpflanzung der Rauhen Grasnatter Opheodrys aestivus,
Sauria 18 (4), 19-22, Berlin 1996
- Klesius, Thomas, Die Raue Grasnatter (Opheodrys aestivus), NTV, Art- für-
Art, Münster 2010 (in Druck)
- Paulduro, E., Die Rauhe
Grasnatter Opheodrys aestivus, herpetofauna 8, 30- 33, 1980.
- Paulduro, E., Erfolgreiche Nachzucht der Rauhen Grasnatter Opheodrys aestivus,
herpetofauna 15, Weinheim 1981, 23-25.
- Paulduro, E., Krabbe- Paulduro, U., Opheodrys aestivus (LINNAEUS 1766), in:
Sauria, Suppl. 14 (1-4): 233-240, Berlin 1992.
- Vosjoli, Ph. de, Basic Care of Rough Green Snakes, Santee/ USA 1995
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